Ölfarbe – Das Maß aller (Mal)Dinge

Ölfarbe - Der Grundstoff zum Meisterwerk
Ölfarbe – Der Grundstoff zum Meisterwerk

Wem verdankt dieser Blog seinen Namen? Natürlich der Ölfarbe. Deshalb wird es jetzt auch mal Zeit die Ölfarbe in den Mittelpunkt zu rücken. Als Ölfarbe gelten alle Malfarben sowie Anstrichstoffe die auf trocknenden Ölen als Bindemittel basieren. Gegenüber den Gouache- und Acrylfarben unterscheidet sich die Ölfarbe besonders in der Trockenzeit. Denn selbst bei sehr dünnem Anstrich dauert es mehrere Tage. Zudem kann die Trockenzeit der Ölfarbe durch spezielle Techniken auf mehrere Wochen ausgeweitet werden (Nass-in-Nass-Technik und Werke im großen Format).

Leicht angetrocknete Ölfarben können durch bestimmte Mittel wieder verdünnt werden. Dazu wird meistens das Terpentinöl verwendet. Zum lösen allerdings kann Terpentinersatz genutzt werden.

Die große Stärke der Ölfarben liegt in den intensiven Farbeindrücken. Manche Ölfarben übertreffen sogar drucktechnische oder fotografische Wiedergabe. Kobaltblau ist zum Beispiel eine davon. Andere Stärken der Ölfarben sind die dauerhafte Beständigkeit, Lichtechtheit sowie Deckkraft. Die Deckkraft der Pigmente wird unterschieden in transparent, halbtransparent, halbdeckend und deckend.

Die am häufigsten verwendeten Öl werden in trocknend und halbtrocknend unterteilt:

  • Leinöl
  • Mohnöl
  • Hanföl
  • Sonnenblumenöl
  • Walnussöl
  • Safloröl
  • Holzöl
  • Perillaöl
  • Rizinusöl
  • Oticiaöl

Um einen Farbton zu erhalten werden die Pigmente in das Öl gerieben.

Noch heute gibt es viele Künstler die ihre Ölfarben selbst aus Pigmenten und Ölen zusammen mischen. So haben sie den direkten Einfluss auf die Pastosität und Deckkraft der Ölfarben. Ansonsten kauft sich der Auftragsmaler von heute die Ölfarben-Paste in Tuben vom Fachhändler. Diese sind ein wenig zäher als Zahnpasta. Die Ölfarben aus der Tube lassen sich natürlich auch vermischen. Die Tuben sind mit Sterne gekennzeichnet (1-5) welche für die Pigmentdichte stehen (Sie geben die Deckkraft der Farbe an).

Es gibt mittlerweile sogar schneller trocknende Alkyd-Ölfarben. Diese sind bereits nach einem Tag fingertrocken. Zudem wurden wasserverdünnbare Ölfarben entwickelt. Das erlaubt es auf die lösenden Verdünner zu verzichten.

Dass das Malen mit Ölfarben die Königsdisziplin der Malerei ist, ist bekannt. Das kommt daher, dass es einfach sehr viel Erfahrung für die Umsetzung der Ölmalerei Techniken braucht. Es ist aber nicht nur, dass das Malen mit Ölfarben sehr aufwendig ist. Es braucht zusätzlich noch eine konkrete Vorplanung des Ölgemäldes. Eigentlich muss das endgültige Bild schon im Kopf des Künstlers bestehen. Aufgrund der langen Trockenzeit kann sich die Fertigstellung bis über mehrere Monate hinziehen.

Zur Mischung mit anderen Farben eignen sich die Ölfarben nur geringfügig. Bekanntlich ziehen sich Öl und Wasser nicht gerade an. Daher ist es schwer auf Wasser basierende Farben mit Farben mit hohem Ölanteil zusammenzubringen.

Üblicher Malgrund für Ölfarben sind Holz oder Künstlerleinwand. Daran haften sie bekanntlich am besten. Durch ihre Beschaffenheit sind die Ölfarben aber leicht anfällig gegen äußere mechanische Einflüsse, da sie sehr leicht abblättern.

Auch im Handwerk und Bau werden Ölfarben verwendet. Allerdings läuft die Herstellung und Verarbeitung hier etwas anders. Ölfarben mit höchster Qualität werden ausschließlich auch gekochtem Leinöl und Pigmenten hergestellt. Bei hoher Pigmentdichte kann das Gewicht der Farbe das Volumen um mehr als das Doppelte übersteigen. Die Farben sind zumeist fertig in Dosen abgefüllt. Beim Kauf ist es empfehlenswert auf Leinölfarben ohne Aromaten und Lösemittel zu achten. Diese sind nachhaltig gefährden nicht die Gesundheit, insbesondere bei Kindern.

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