Was darf in einer der schönsten und kulturellsten Städte Deutschlands nicht fehlen? Natürlich eine der renommiertesten Kunstsammlungen der Welt. Die Rede ist hier von der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden. Ihren Status bekommt sie dadurch, dass die Galerie eine große Anzahl an Hauptwerken aus der Kunstgeschichte enthält. Sie ist der Teil der staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Im Dresdener Zwinger untergebracht liegen die Sammlerschwerpunkte Meisterwerken des 15. bis 18. Jahrhunderts, besonders in der italienischen Hochrenaissance und Barock, sowie der flämischen und holländischen Malerei. Mehr als 700 Ölgemälde hängen in herrschaftlichen Goldrahmen in den Räumen der Sammlung. Die großen italienischen Werke beeindrucken auf roten Wänden, während die niederländischen Malereien auf grüngrauem Hintergrund glänzen.
Ein systematisches Sammeln von Ölgemälden begann erst ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter August dem Starken und Friedrich August II. Im Jahr 1746 wurden 100 der besten Werke aus der Sammlung des Herzog Francesco III. von Modena aufgekauft. Daraufhin wuchs die Popularität der Sammlung in Europa immens. So kam sie zunächst in die Gemäldegalerie am Neumarkt, ein umgebauter Pferdestall.
Der Architekt Gottfried Semper entwarf im 19. Jahrhundert des heutigen Galeriebau am Zwinger, der sogenannte Semperbau. Fertig gestellt wurde dieser allerdings von Karl Moritz Haenel. Im Jahr der Fertigstellung 1855 wurde am 25. September das Neue Königliche Museum zu Dresden eröffnet. Die Galerie befindet sich bis heute im Museum.
Dank der Auslagerung der Gemälde im Zweiten Weltkrieg, blieben sie trotz der Luftangriffe auf Dresden erhalten. Als Beutekunst wurden die Ölgemälde nach dem Krieg in der Sowjetunion restauriert und im Juni 1956 an die Stadt Dresden zurück gegeben. Nach dem Wiederaufbau konnten die Alten Meister ab 1960 wieder begutachtet werden. Rekonstruktion des Semperbaus fand zwischen 1988 und 1992 statt.
Einige der bekanntesten Werke sind Raffaels Sixtinische Madonna, Rembrandts Ganymed in den Fängen des Adlers, Giogiones Schlummernde Venus und Tizians Der Zinsgroschen. In 56 Kabinetten und Sälen sind 750 Alte Meister ausgestellt.
Im Jahr 2008 bestand die Gemäldegalerie Alte Meister Dresden einen Besucherstrom von 536.000 Menschen.
2007 fanden die Alten Meister sogar ihren Platz in der deutschen Version der Virtuellen Welt Second Life. Das komplette Gebäude inklusive aller Ölgemälde wurden hier rekonstruiert und sind begehbar. So kann jeder Alte Meister auch virtuell bestaunt werden. Sogar der komplette Außenbereich des Dresdener Zwingers wurde begehbar rekonstruiert.
Besucher finden die Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau am Zwinger (Theaterplatz 1, 01067 Dresden). Außer montags ist sie täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet gerade mal 10 Euro (7,50 Euro ermäßigt). Ein Besuch lohnt sich, denn mehrere hundert Jahre Kunstgeschichte warten darin!
Bildquelle: http://www.terminartors.com/

Kommentare
Powered by Facebook Comments